Saturday, August 11, 2007

Immer noch schlechtes Wetter ...

Gestern hatten wir endlich einmal wieder gutes Wetter. Wir sind mit dem Hubschrauber über die Trollstiegen und über Trollveggen im Romsdalen bis ins Sunndal geflogen. Dort erwartete uns ein sehr interesanntes Arbeitsgebiet:
Ein alter Hangrutsch mit einer perfekten Gleitfläche.

Nahezu der gesamte Hang befindet sich in Bewegung, zumindest in geoligischen Zeiträumen gesehen. Das Gebiet ist mehr als 1km breit.

Auch dieser gesamte Block sieht sehr lose aus ...

Und noch etwas schöne norwegische Landschaft.

Trollveggen von hinten auf dem Rückflug.
Und heute ist wieder schlechtes Wetter, so dass ich genügend Zeit habe die Bilder ins Internet zu stellen ;-)

Thursday, August 09, 2007

Feldpost die Zweite

Nachdem ich ein paar Wochen im Büro verbracht habe und den meisten Teil der Zeit mit Literaturstudium verbracht habe, bin ich nun einmal wieder im Gelände. Diesmal in Stranda/ Møre og Romsdal unweit vom Geirangerfjord. Hier befindet sich einer der größten aktiven Bergrutsche weltweit. Ca. 70 Mio m³ bewegen sich hier mit einer maximalen Geschwindigkeit von 14 cm je Jahr Richtung Fjord. Wenn es irgendwann zu einem Kollaps des gesamten Volumens kommt, ensteht laut Berechnungen ein Tsunami mit bis zu 50m hohen Flutwellen. Sämtliche Orte entlang dieses Fjordsystemes und der näherliegenden Küste wären davon stark betroffen. Dementsprechend intensiv wird das Gebiet zur Zeit untersucht. Hier ist eine internationale Gruppe von 10 bis 20 Leuten tätig. Es ist ziemlich interessant und ich lerne so viel über die Thematik. Meine beiden zukünftigen Betreuer für meine Doktorarbeit sind auch anwesend und ich habe nun endlich mal etwas mein Thema eingrenzen können: "Optimization of Methods for Rockslide Investigations". Ist zwar immer noch recht grob, aber zu Beginn ist es ganz gut nicht so sehr eingeschränkt zu sein.

Die Geländearbeit ist neben einem Besuch des großen aktiven Hangrutsches wieder die gleiche wie in Sogn og Fjordane. Allerdings haben wir ziemlich Pech mit dem Wetter. Heute ist schon der dritte Tag in einer knappen Woche, den wir zu Hause bleiben müssen. Unsere Gebiete liegen alle zu hoch und die Wolkendecke ist zu niedrig, so dass wir nicht mit dem Helikopter fliegen können. Dafür vertreiben wir uns die Zeit mit Pilze sammeln (suchen muss man nicht) und Heidelbeeren pflücken. 2kg Steinpilze je Tag sind normal, heute sind es sicher 3-4 kg. Die Heidelbeeren sind monströs und man kann es eigentlich als "ernten" bezeichnen.

Wieder einmal eine herrliche norwegische Berglandschaft an einem der wenigen sonnigen Tage.
Und noch ein Beispiel-Foto zu einem potentiellen Hangrutsch, den wir untersucht haben. Das rot eingegrenzte Gebiet könnte aktiv sein, daher es bewegt sich evtl. hangabwärts.